Moderne Volksmusik ist wieder «in» – auch der 1. offizielle Gastro-Song!

 

Es gibt in der Schweiz über 250 gastronomische Betriebe, die regelmässig Volksmusik-Veranstaltungen durchführen – und dies bei über 850 Volksmusikformationen. Im Fernsehen und im Radio «boomen» Sendungen rund um die Volksmusik, warum noch nicht im Gastgewerbe? Und was hat es mit dem 1. offiziellen Gastro-Song auf sich?

 

 

Von Michael Hostmann *

 

Wer erinnert sich noch an die Tanzlokale mit Lifemusik? Heute gibt es in den Städten kaum noch Restaurants, wo traditionelle Musik gespielt und getanzt wird. Auf dem Lande ist es immer noch, oder schon wieder der Fall. Die Jugend liebt Latino und Salsa, mindestens in der Stadt. Auf dem Land musizieren und jodeln noch junge Leute mit Familien, wo es Tradition ist. Die Verwurzelung zum Kulturgut Volksmusik, Ländler, Stubete etc. wird aber immer schwächer, auch auf dem Land. Aber dies ist eine Chance für einen initiativen Gastronom, hier etwas zu ändern, denn es gibt genügend Musikformationen, die öffentlich auftreten wollen, aber die Lokalität und der Veranstalter fehlt dazu. 

 

Ab 50 Plätze im Restaurant lohnt sich Lifemusik

Das Restaurant muss über mindestens 50 Plätze verfügen oder auch über einen Saal. Zu der Musik sollte auch das Essen abgestimmt sein, z.B. Entlebucher Volksmusik mit Entlebucher Spezialitäten, wie es das Restaurant «Zeno» in Zug regelmässig durchführt. Dazu muss auch die Dekoration im Restaurant thematisch abgestimmt sein. Die Gäste wünschen heute nicht nur reine Musik, sondern sie wollen ein Erlebnis! Die Autobahnraststätte «Knonauer Amt» veranstaltet einen Sonntagsbrunch mit Ländlermusik, in Luzern werden die Betagtenzentren zur «Ländlerbeiz» und in der Aelpli Bar im Zürcher Niederdorf gibt es sechs Tage in der Woche Volksmusik. Erlebnisse müssen also her, dies gilt auch für Familienfeiern, Vereinsanlässe, Geschäftsveranstaltungen etc. Und erst recht für die jüngeren Leute.

 

Was kosten die Musiker?

Der Gastronom kann übers Internet selber Musiker suchen. Besser ist aber, wenn der Gastronom mit einer Agentur mit staatlicher Lizenz zusammenarbeitet. Bei dem Agenten www.xdream-promotion.ch erhält der Gastronom bis zu zehn Vorschläge. Der Agent kennt die Vor- und Nachteile der Musiker, deren Repertoire und kann beurteilen, ob diese Musikformation zu dem Anlass passt oder nicht, und ob der Preis stimmt. Je nach Bekanntheitsgrad kostet die Musik pro Auftritt.

Alleinunterhalter CHF 500.– bis 1 500.–

Duos CHF 800.– bis 1 800.–

Trios CHF 1 600.– bis 2 600.–

5–6 Mann Galabands ab CHF 3 500.– bis… je nach Qualität und Bekanntheitsgrad.

 

Achtung: Immer bei der Bestellung fragen, ob die Beschallung, Mikrofone, Ton und Licht dabei sind, sonst kann es sehr teuer werden. Wichtig ist zu beachten, dass bei öffentlichen Anlässen «Suisa» bezahlt werden muss. In einige Kantonen kommt noch eine Billetsteuer für die Eintritte dazu. Die Eintritte für den Gast variieren stark. Von gratis (weil der Preis für die Musiker im Menü inbegriffen ist) bis....es kommt wirklich auf den Anlass und die Musiker an.

 

Interessante Informationen über die Volksmusik

Weitere Informationen gibt es auf den einzelnen Webpages der Musiker, Schweizer Tanzmusikverband, Soundmedia, Weltbild und ISI – Verband der Agenturen der Schweiz. Aber eine der wohl interessantesten Internetseite ist: www.pflanzplaetz.ch/

links.html. Hier findet der Gastronom wirklich alles über die Musikbranche – und dies unter dem Sammelbegriff: Schweizer Volksmusik allgemein. Auch sind über 250 Restaurants beim Verband Schweizer Volksmusik gemeldet, die regelmässig musikalische Veranstaltungen durchführen.

 

Der 1. offizielle Gastro-Song «Ä Bruef wo fägt»

In der traditionellen Volksmusik hat Piera Martell schon «im chline Beizli» und die Mölltaler «das alte Wirtshaus» besungen, aber einen Song übers heutige Gastgewerbe gab es noch nie. Die Idee kam von Restaurateuren, die Ralph Martens angefragt haben, einen Song zu komponieren. Der Song soll junge Leute motivieren, einen Beruf in der Gastronomie zu erlernen. So entstand dieser Song. Hier nur kurz der Refrain:

«Gastro-Logo, für mi isch aues klar, Gastro-Logo und Tröim die wärde war.

 

Die ganzi Wält isch offe und wartet uf Di Gastronomie das isch lässig, äs chönt nid schöner si.»

Nicht nur den Text (auf Mundart) lesen, sondern reinhören ist wichtig: denn der Ton macht die Musik beim 1. offiziellen Gastro-Song der Ralph Martens & Band. Und diese «Nationalhymne der Gastronomie» sollte ein jeder im Gastgewerbe kennen. Diese Band macht Liedermacherei-Rock-Pop-Mischung in Mundart. Sie spielt auch internationale Hits, aber mit Mundart-Texten. Also Konzerte für jung und alt. Wer diese Band life ­hören möchte, einfach in www.ralphmartens.ch klicken. Ach ja, Volksmusik hören, über 900 Songs gibt es unter www.volksmusiknet.ch und im Google unter Video Volksmusik Schweiz, da können auch die Musiker beim spielen angeschaut werden. Ein weiteres konkretes und sehr nettes Beispiel der aktuellen Musikszene ist Lisa Stoll – die Alphornbläserin. Reinschauen und reinhören (Bild links).