Feuer und Flamme
Bereits zum sechsten Mal haben sich am Samstag, 9. Januar 2010 Berufslernende aus der Gastronomie im Bildungszentrum Unterentfelden mit grossem Engagement, Feingefühl und Fantasie an einem Wettbewerb gemessen.
Text und Bild Carlos Egli
Damit sich die Berufslernenden im Koch- und Servicefach zwischendurch einmal unabhängig vom Ausbildungs- und Schuldruck verwirklichen, um Gelerntes, Ideenreichtum und Kreativität unter Beweis zu stellen, hat Gastro Aargau in enger Zusammenarbeit mit den Berufsfachschulen Baden und Aarau einen Wettbewerb für Lernende ins Leben gerufen. Alle zwei Jahre melden sich im Durchschnitt etwa 140 Lernende aus den Berufen Koch/Köchin, Küchenangestellte, Restaurationsfachmann/-fachfrau, Hotelfachmann/-frau, Restaurationsangestellte und Hotellerieangestellte freiwillig zum friedlichen Wettstreit. Und obwohl die Teilnahme auch sehr viel Freizeit beansprucht, ist die Motivation zum Mitmachen nach wie vor gross. Für die Lernenden ist der Wettbewerb eine willkommene Gelegenheit, über den Berufsalltag hinaus aufwändige und ideenreiche Speisen einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.
Kochlehrlinge 3. Lehrjahr
Die Kochlehrlinge im 3. Lehrjahr hatten die Aufgabe, eine verlockende kalte Platte für 10 Personen zu präsentieren. Verheissungsvolle Gerichtenamen wie «Rhapsodie der Sinne», «Symbiose der Aromen» oder «Trilogie der Genüsse» animierten die 400 Gäste, schon bei den Vorspeisen kräftig zuzugreifen.
Anschliessend wurden den Gästen zwei Gänge von den Lernenden der Serviceberufe serviert. Warme Vorspeise: Variationen von Fischen und Meeresfrüchten mit Kalamansi-Schaumsauce auf asiatischem Gemüse. Hauptgang: Gebratenes Karree vom Simmentaler Kalb mit Kräutersauce, Kartoffel-Pilzschnitte und saisonales Gemüse-Potpourri. Die Kochlehrlinge halfen mit beim Anrichten der jeweils 400 Teller und die Servicelehrlinge zeigten ihr Können im Bankettservice.
Kochlehrlinge 2. Lehrjahr
Die Kochlehrlinge im 2. Lehrjahr mussten anschliessend eine Süssspeisenplatte für 10 Personen präsentieren. Die Vielfalt der Gerichtenamen von «Moulin Rouge», «Karibische Nächte» und «Zarte Verführungen» bis hin zu «kleinen italienischen Sünden» machte es den Gästen schwierig, sich für die eine oder andere Süssspeise zu entscheiden.Kompetent gaben die Lernenden zu ihren Kreationen am Buffet Auskunft.
Service-Berufslernende
Die Aufgabenstellung der Service-Berufslernenden enthielt das Aufdecken eines Tisches für 10 Personen und diesen nach einem frei gewählten Motto zu gestalten sowie die Gäste zu bedienen. Die mit viel Kreativität und Liebe zum Beruf gestalteten Tische waren eine Augenweide und wurden von den geladenen Gästen mit viel Applaus bedacht. In zwei Stunden entstanden märchenhafte Gebilde mit Themennamen wie «Venezianische Maskerade», «1001 Nacht», «Winterzauber» oder «Get the summer feeling». Die Liebe zum Detail wurde hier sehr deutlich. Oft zeigten sich die Berufslernenden im passenden Outfit zum gewählten Thema.
GastroAargau
Bildungszentrum, 5035 Unterentfelden
Tel. 062 737 90 40, www.gastroaargau.ch
Rangliste Koch/Köchin 3. Lehrjahr (kalte Vorspeisen)
Koch/Köchin, Küchenangestellte(r) 2. Lehrjahr (Süssspeisen) 1. Füglistaler Dunja, Reusspark Zentrum für Pflege und Betreuung Niederwil
Restaurationsfachmann/-fachfrau, Hotelfachmann/-fachfrau
Koch/Köchin 3. Lehrjahr (kalte Vorspeisen)Meine kalte Platte habe ich im Vorfeld des Wettbewerbs drei Mal ausprobiert. Hierbei ist mir die Terrine das erste Mal völlig misslungen. Mein Chef, Herr Jürgen Kempf, hat mir bei der Ideenfindung geholfen. Zwei Tage vor dem Wettbewerb habe ich mit der Produktion der Komponenten begonnen. Am Wettbewerbstag war ich 19 Stunden auf den Beinen. Ich war sehr überrascht über die Goldmedaille und den ersten Rang und freue mich riesig. Gsell Noah, Hotel Stadthof, Bremgarten>br> «Noah's wilder Winterzauber»
Restaurationsfachmann-/fachfrau, 2. LehrjahrBei der Themensuche stiess ich im Internet zufällig auf eine Seite mit venezianischen Masken. Sofort war mir klar, dass ich meinen Servicetisch dem Thema «venezianische Mascarade» widmen werde. Mein Chef hat mir aus Venedig eine Maske mitgebracht, die anderen Masken habe ich im Internet bestellt und mit Pailletten und Federn passend zur Tischfarbe dekoriert. Meine Mutter hat mir bei der Beschaffung der Dekorationselemente geholfen und meine Grossmutter hat mir bei der Anpassung und Umarbeitung mei-nes Outfits, das ich ebenfalls im Internet bestellt hatte, geholfen.
Heizmann Jeannine, Restaurant Rathausgarten, Aarau «Venezianische Mascarade» |
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