Wie man sich bettet, so liegt man.

Konzepte und Innovationen:

Nachhaltigkeit im Gastgewerbe

 

Nachhaltigkeit ist an der diesjährigen Igeho vom 19. bis 23. November 2011 ein wichtiges Thema. Umweltschonende Abläufe und Infrastrukturen schreiben immer mehr Gastbetriebe auf ihre Fahnen.


Die Landschaft bietet sich dem Menschen zur Erholung an, aber auch zur Ausübung sportlicher Aktivitäten wie Wandern, Schwimmen, Radfahren, Skifahren. Eine unberührte Natur ist für viele Feriengäste entscheidend, die Schweiz für ihren Urlaub auszuwählen. Die imposante Bergwelt spielt für den Schweizer Tourismus, die Hotellerie und Gastronomie eine entscheidende Rolle. Die Kehrseite sind Eingriffe in die Natur und eine grosse ökologische Belastung. Dem gegenüber steht eine wachsende Nachfrage nach nachhaltigen touristischen Dienstleistungen. So wird der Agrotourismus weiter an Bedeutung zunehmen. Beispiele sind «Schlafen im Stroh», «Ferien auf dem Bauernhof» uam. Immer mehr Bauernhöfe stellen ihre Infrastruktur dafür zur Verfügung. Hohe Marktanteile weisen das Schweizer Mittelland und der Jura auf. Die klassischen Tourismusregionen wie Graubünden oder Berner Oberland sind noch nicht stark in diesem Sektor verankert.


Nachhaltige Unternehmensphilosophien
Als Pionier in Sachen Nachhaltigkeit kann das Hotel Ferienart in Saas-Fee bezeichnet werden. Als erstes Haus der Schweiz erfüllte es bereits 2001 den Minergie-Standard. Für das Engagement in die Umwelt erhielt der Betrieb 2009 das Nachhaltigkeits-Label des Vereins Öplus in schweizerischen Berggebieten. Im folgenden Jahr errang das Hotel Ferienart den ersten GreenSwitzerland Awards. Belohnt wurde nicht nur die umweltfreundliche Bauweise sondern auch die kontinuierliche Arbeit an den ökologischen Zielen des Hotels durch Direktor und Mitarbeitende. Ein weiteres Beispiel gibt die SAC-Hütte Monte Rosa ab. Beim Bau wurden schadstoffarme, recylingfähige Baumaterialien gewählt.  Trotz erhöhter Komfortdienstleistungen (z.B. fliessendes warmes Wasser) ist der Energiebedarf pro Gast gegenüber der alten Hütte erheblich gesunken. 


Klimaneutrale Hotels
Auch in der neuen Feriendestination Swiss Alps in Andermatt soll die Energieversorgung C02-neutral erfolgen, da Strom und Wärme aus ausschliesslich erneuerbaren Quellen stammen. Hotels und Wohnungen werden nach Minergie-Standard erstellt. Zudem ist Swiss Alps autofrei, die Mobilität der Gäste und Bewohner wird aber mit dem öffentlichen Verkehr sichergestellt. Auch die Schweizer Jugendherbergen gehen mit gutem Beispiel voran. Grosse Verbesserungsmöglichkeiten sieht Andreas Deuber vom Institut für Tourismus- und Freizeitforschung (ITF) der Hochschule für Technik und Wirtschaft, Chur, besonders bei älteren Hotel- und Gastronomiebetrieben. Brennpunkte sind die Küche, die Gebäudehülle und die Wärmerückgewinnung. Der Branchenverband hotelleriesuisse unterstützt die Mitgliederbetriebe und hat zusammen mit der BKW FMB Energie AG und Myclimate die Dienstleistung «Klimaneutrales Hotel» entwickelt.


Mehrweggeschirr und Küchenabfälle
Mehrzweckgeschirr und vor allem -gläser weisen dank der Wiederverwendung eine deutlich bessere Ökobilanz auf als Einwegbecher, bei denen negative Umweltauswirkungen vor allem bei Produktion und Entsorgung anfallen. Das Abfallvolumen kann bis zu 70 Prozent reduziert werden, wenn auf Einwegbecher verzichtet wird. Jedes Jahr produziert die Gastronomie rund 300  000 Tonnen Küchen- und Speisereste. Die «Schweinesuppe» ist bekanntlich verboten. Für die Verwertung organischer Abfälle vor Ort bietet das VRS Value Recover System eine nachhaltig Lösung. Das Bergrestaurant Morenia in Saas-Fee hat diese Anlage installiert, welche die Speisereste und Rüstabfälle in Dünger oder Futter für den Haustierbereich verwandelt.

«Igeho Eco-Circle»
Mit dem Infopaket «Igeho Eco Circle» finden Fachbesucher der Messe die Aussteller nachhaltiger Produkte einfach und schnell. Rund 20 Firmen haben ein Nachhaltigkeitsstatement abgegeben und sind am Stand, im Katalog und auf www.igeho24.ch mit dem grünen Igeho EcoCircle-Punkt markiert. Es sei ferner auf die Sonderpräsentation «Energieeffizienz» verwiesen, wo sich der Besucher über geeignete Massnahmen informieren kann. Besonderes Gewicht wird auf das Sparpotenzial bei der Beleuchtung in den Betrieben gelegt.

Kurzinfos zur Igeho
Messedauer: Samstag, 19. November bis Mittwoch 23. November 2011
Öffnungszeiten, Preise: Täglich 9-18 Uhr, Tageskarte CHF 70.–,
berechtigt gleichzeitig zum Eintritt zur mefa, Fachmesse für Fleischwirtschaft
Online-Ticket www.igeho.ch/online-shop
Zutritt ab 18 Jahren, Auszubildende werden auf das Nachwuchsprogramm U21 verwiesen
Zur Messe Vorbereitung: www.igeho24.ch