
- Berlin

- Erfrischendes Getränk – die Berliner Weisse mit Himbeergeschmack

- Zaghafter Versuch: Berliner Currywurst
Ab ins Ausland!
Diesen Sommer ist es soweit. Seit einem Jahr bin ich nun ausgelernter Koch. Es ist also höchste Zeit, sich Gedanken zu machen, wie man sich seine Zukunft vorstellt und was man für weitere Ziele verfolgen möchte. Ein Ziel ist es sicherlich, im Ausland arbeiten zu dürfen.
Daniel Hunziker
Die diesjährigen Abschlussprüfungen sind nun alle abgeschlossen. Die Absolventen freuen sich alle auf ihren Urlaub, endlich mit der Schule fertig zu sein und sich vollumfänglich auf die Arbeit zu konzentrieren. Bei mir ist es aber bereits ein Jahr her, seit dem ich die Abschlussprüfung absolviert habe. Deshalb war es für mich an der Zeit, dass ich mich über Weiterbildungsmöglichkeiten oder Arbeiten im Ausland informierte.
Das Gastgewerbe ist eine Art Sprungbrett, um sich im Ausland einen Job zu suchen, dies sollte man auch nutzen.
Ostern in Berlin
Um mir vorweg schon einmal ein Bild zu machen, wie es in ausländischen Gastronomiebetrieben aussieht, fuhr ich über die Ostertage nach Berlin. Nicht nur um die schöne Stadt anzusehen, sondern auch, um herauszufinden, wie dort gearbeitet wird, wo es Unterschiede zwischen der Schweizer Küche und der deutschen Küche gibt und natürlich auch, um alle Leckereien, welche Berlin bietet, zu kosten.
Wenn man in Berlin ist, dann sollte man natürlich das bekannte Hefegebäck «Berliner» unbedingt probieren. Aber nebst den «Berlinern» und der «Currywurst» gibt es unter anderem die «Berliner Buletten» oder die «Berliner Weisse» – eine Art alkoholfreies Bier mit Himbeer- oder Waldmeistergeschmack.
Unter die Lupe genommen…
Mir persönlich hat die Currywurst nicht besonders geschmeckt, jedoch war es für mich ein Muss in Berlin die Currywurst zu essen. Und zwar nicht in einem Restaurant, sondern so richtig währschaft in einer Imbissbude. Dort wird die Currywurst, welche ohne Darm traditionell im Fett gebraten wird, in kleine Stücke geschnitten und mit reichlich viel Currysauce überdeckt.
Ein weiteres Muss, waren die «Berliner Buletten». Dieses Gericht aus Rind- und Kalbfleischgehacktem wurde mit Speckbohnen und Bratkartoffeln serviert. Die Portion als Hauptgericht konnte ich kaum alleine verspeisen. Jedoch schmeckte es mir sehr gut. Nichts Spezielles, trotzdem empfehlenswert.
Was mir aufgefallen ist, sind die tiefen Preise. Für die Currywurst to go, bezahlten wir gerade mal umgerechnet CHF 3.50 und für die «Buletten» nur knapp CHF 15.00. Da wir die «Buletten» in einem Restaurant genüsslich verspeisten, war es für mich logisch, dem Servicepersonal, Trinkgeld zu geben. Mit grossen Augen nahmen sie mein Trinkgeld entgegen, obwohl ich «nur» gerade mal CHF 8.00 Trinkgeld gab. Ich liess mir anschliessend erklären, dass Trinkgeld von mehr als CHF 5.00 aussergewöhnlich sei für deutsche Verhältnisse.
Aber auch sonst, überall wo man hinschaute, waren die Preise sehr tief. Hier in der Schweiz kaum vorstellbar und überhaupt nicht rentabel. Anfangs war ich zwar etwas skeptisch, zum Beispiel eine Pizza to go für einen Euro zu kaufen. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass diese schmecken würde. Umso mehr war ich überrascht, dass sie relativ genüsslich war. Solche und viele weitere Eindrücke konnte ich in Berlin sammeln.
Persönliche Einschätzung
Ich kann jedem empfehlen, welcher in Erwägung zieht im Ausland arbeiten zu wollen, solche Städtereisen zu unternehmen, um sich vorab bereits ein wenig zu informieren. Man lernt nicht nur Land und Leute kennen, sondern auch sehr viele Eindrücke von der jeweiligen Gastronomie, man kann solche Trips vielleicht auch als Referenz angeben, wenn man sich bewerben möchte und mit viel Wissen bei einem Bewerbungsgespräch punkten.
Ich persönlich werde erst in zwei, drei Jahren versuchen, einen Job im Ausland zu finden, da ich zuerst den obligatorischen Militärdienst absolvieren muss und im Sinne habe, eine Weiterbildung zu besuchen.
Trotzdem habe ich mich bereits erkundigt, was für Möglichkeiten es gibt, welche Verbände was anbieten und was für Länder in Frage kommen könnten. Dank einer sehr guten Beratung im Berufsinformationszentrum (BIZ) in Uster, habe ich schon einige konkrete Vorstellungen und Ideen, wie mein Auslandaufenthalt aussehen könnte.
In diesem Sinne wünsche ich allen, die sich einen Job im Ausland suchen, viel Glück. Ich möchte euch alle ermuntern, diesen Schritt zu machen. Je früher, desto besser.
Wenn ihr aber euch noch nicht wohl oder bereit für einen Auslandjob fühlt, dann informiert euch bei den verschiedenen schweizerischen Gastronomieverbänden oder in einer Berufsberatung über eine Weiterbildung. Denn, wie schon vor einem Jahr meine ehemalige Berufsschullehrerin sagte: «Das Ende der Lehrzeit ist keineswegs ein Ende des Lernens, sonder vielmehr ein Beginn eines neuen Lebensabschnittes».

